Über

Hallo ihr Lieben,

ich bin Patricia, 18 Jahre alt und in 5 Tagen geht's für mich so ein paar tausend Kilometer weit weg, auf die Fidschi Inseln, wo schon eine bestimmt ganz liebe Gastfamilie, sowie die Lautoka Ahndra Primary School auf mich warten.

Ich bin wahnsinnig aufgeregt, was mich dort so erwartet und möchte meine Erlebnisse gerne hier -wenn ich dort halbwegs gutes Internet hab- mit meiner Familie, meinen Freunden und allen anderen neugierigen Menschen teilen.

Ich halte euch -wenn ich mich nicht verflogen hab- auf dem Laufenden

Ganz liebe Grüße,

Eure Patti  

 

 


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Blog

Über telefonierende Japaner und die liebste Gastfamilie der Welt!

Bula ihr Lieben,
Endlich hab ich wieder Zeit euch ein bisschen von meinem Leben hier zu erzählen. Wurde auch schon ein paarmal nach einem neuen Eintrag gefragt und der wird jetzt glaub ich ziemlich lang, denn diese Woche hab ich ganz viel erlebt
Letztes Wochenende haben wir mit meiner Gastmutter die Familie ihres verstorbenen Mannes besucht, die in einem Village, also in einem ein wenig abgelegenen Dorf wohnt. Es war sehr beeindruckend nocheinmal von Nahem zu sehen, unter welchen verarmten und einfachen Umständen die Menschen, vor allem in solchen Dörfern hier leben. Das Haus bestand aus Wellblech und Holz, es rannten Hühner und Küken um die Wette und draußen stand ein Sofa, das schon einige Jahre hinter sich hatte. Das Schönste aber war die Lebensfreude und Gastfreundlichkeit der Familie: Wir wurden sofort umarmt, uns wurde Tee angeboten und die kleine Tochter hat uns auch sofort das Haus ihrer "Auntie" (Jeder ist hier entweder "Uncle", "Cousin" oder "Auntie", es scheint als sei ganz Fidschi irgendwie miteinander verwandt :D) gezeigt. Diese lebt mit mehreren ihrer Kinder in einem auf Holzstelzen gebauten Haus aus Brettern und Wellblech, das nur einen Raum zum Essen, Schlafen, Waschen und Wohnen hat. Auch wenn das Leben dort so einfach ist, sind die Menschen so glücklich, messen ihren Reichtum allein daran, wie viel Liebe sie erfahren und das ist einfach so ein schöner Lifestyle, an dem die meisten Menschen in Deutschland oder anderen Industrieländern sich ein Beispiel nehmen sollten.
Montag fing dann die erste Woche der Holiday School an und Fleur und ich übernahmen eine Klasse mit 25 Schülern im Alter zwischen 10 und 12. Ich startete dann auch gleich mit einem "German Day", an dem ich den Kindern die wichtigsten Wörter und Sätze, sowie den Song "Die Affen rasen durch den Wald" beibrachte. Als alle mit einem Lächeln nachhause gingen, wusste ich, dass dieser Tag ein Erfolg war. Dies bestätigte sich auch am nächsten Tag, als ein kleiner Junge strahlend zu mir kam und "Guten Morgen Miss Patricia" sagte, das hat mich total gefreut
Am Dienstagabend saßen wir dann abends mit meiner Gastmutter draußen und haben Tee getrunken und sie hat uns ganz viel erzählt: Warum sie sich entschieden hat "Homestays" aufzunehmen -der Grund war, dass sie sich oft sehr einsam alleine zuhause gefühlt hat, da ihr Mann an rheumatischen Asthma gestorben ist und ihre Tochter im 4 Stunden entfernten Suva studiert- und dass sie an Brustkrebs erkrankt war und in dieser Zeit und nach der OP ganz viel Unterstützung von ihren Freunden erfahren hat. In dem Moment hab ich so viel Respekt und Mitgefühl für diese wirklich tolle Frau empfunden und musste sie erstmal in den Arm nehmen. Fairul ist wirklich eine ganz liebevolle, herzliche und starke Frau und ich bin so froh, dass ich sie kennenlernen durfte -ich glaube, ich bin in die beste Gastfamilie reingerutscht, die man sich nur wünschen kann. Das habe ich auch gestern an meinem Geburtstag gemerkt, als sich alle so unglaublich viel Mühe gegeben haben. Es war zwar anders als zuhause und ich habe meine Familie und Freunde sehr vermisst -habe ein Video von meiner Familie und meinen Mädels bekommen, in dem sie für mich singen und mir kamen erstmal die Tränen, ein ganz liebes Danke nochmal an euch alle Aber ich habe auch gemerkt, wie sehr ich meine Gastfamilie lieb gewonnen hab und bin so dankbar, dass sie mir einen so schönen Geburtstag bereitet haben. Es gab einen Geburtstagskuchen, Eis, Kekse, Indische Süßigkeiten, Indisches BBQ und ich hab sogar ein Geschenk bekommen. Bei indischer Musik wurde ich dann -ist hier wohl Tradition- mit Kuchen gefüttert, der teilweise aber eher in meinem Gesicht landete als in meinem Mund :D Auch von meiner Familie zuhause bekam ich einen super schönen Blumenstrauß geschickt, der nun in meinem Zimmer steht.
Auch mit den anderen Freiwilligen hab ich ein bisschen gefeiert und Charlotte und Shannon haben mir zwei süße Karten geschrieben. Am Freitag war wir essen und haben ein bisschen Fiji Gold probiert (3 lustig machende Liter :D) und am Samstag, also an meinem Gebi waren wir im Sleeping Giant Garden -dort will ich übrigens auch heiraten hab ich mir mal so notiert, nur damit du schonmal Bescheid weißt, Mama :D- und im Mud Pool -dort könnte ich auch heiraten, aber dann lieber von vornherein im braunen Kleid :D. Der Mud Pool war so lustig und wir haben ganz viele Bilder gemacht, die ich euch auf jeden Fall zeige, wenn ich bald wieder zuhause bin.
Morgen gehts mit ein paar anderen nach Nadi, weil wir einen Inseltrip buchen wollen und abends vielleicht noch in eine Bar gehen. Drückt mir die Daumen, dass ich im Mini Van nicht wieder -wie am sowieso schon sehr stressigen Mittwoch- zwischen einem indischen, überaus neugierigen Mann und einer telefonierenden Japanerin (die so oft Miau in ihr Telefon schrie, dass ich schon dachte, sie telefoniert mit ihrer Katze), sowie auf dem Rückweg neben einer lauthals mitsingenden Australierin und einem süßen, aber leider durchgehend auf meinen Arm sabbernden Baby und dessen stolz lächelnder Mutter sitze.
Tut mir den Gefallen und dann melde ich mich in ein paar Tagen wieder bei euch, erzähle euch das Neuste und berichte, ob das Daumen drücken geholfen hat :D
Hab euch lieb und euch einen schönen Sonntag
Eure Patti

2 Kommentare 23.8.15 11:16, kommentieren

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"You can be so proud that you are special in your own way!"

Guten Morgen an euch alle,
nachdem ich grade wieder einmal auf das Zeichen "Watch out, the mouse!" aufgeschreckt und die Zimmertür zugeschubst habe, schreibe ich euch jetzt einen neuen Blogeintrag. "The Mouse" ist mittlerweile für Fleur und mich die Warnung zum schnellstmöglichen Schließen unserer Zimmertür oder zum Schlachtruf im Kampf gegen die Maus geworden -gestern waren wir zu langsam und sie hatte es sich schon in meinen Schuhen bequem gemacht.
Aber nun zu meiner Woche:
Die Tests für dieses Halbjahr sind geschrieben und ich habe jede Menge korrigiert. Ich denke, sie sind -bis auf einige Kinder, die überzeugt waren, dass wir hier auf dem Mars leben :D- auch ganz gut ausgefallen. Nächste Woche findet dann in der Central School in Lautoka die "Holiday School" statt, die ich im Moment ein bisschen plane. Montag beginnen wir mit einem "German Day", an dem ich den Kindern einige deutsche Wörter und Dialoge und einen Song beibringe, Dienstag findet dann der "Health and Nutrition Day" statt, an dem wir über gesunde Ernährung und Umwelt, sowie Naturkatastrophen sprechen. Mittwoch ist "Career Day", an dem wir verschiedene Berufspräsentationen und anschließend ein bisschen Schauspielern planen. Donnerstag unterrichten wir Mathe und Englisch und Freitag ist "World Day", an dem die Kinder etwas über Deutschland und die Niederlande lernen. Abwechselnd haben wir jeden Tag zusätzlich entweder Sport und Sporttheorie oder Zumba.
Ein besonderer Tag in dieser Woche war gestern. Unsere Gastmutter hat uns mit zu ihrer Schule, der Sunshine Special School, genommen, wo wir dann mit den Kindern, die in den Monaten von Juni bis August Geburtstag hatten, feierten. Sie haben gesungen und getanzt und man hat die Lebensfreude einfach gespürt, das war wirklich schön. Die Lehrer haben auch viele schöne Worte gesprochen, davon ist mir besonders "You can be so proud that you are special in your own way!" in Erinnerung geblieben. Die Kinder sind vielleicht körperlich oder geistig nicht ganz so fit wie gesunde Kinder in ihrem Alter, aber sie haben viele besondere Talente (Tanzen, singen, Keyboard spielen), sind so glücklich und ihr Lachen ist so ansteckend. Besonders eine 34-jährige Frau mit dem Downsyndrom hat so eine Lebensfreude ausgestrahlt, die einen einfach zum Lächeln bringt. Nach der Geburtstagsfeier fand dann ein kleines Sportfest in Kooperation mit einer Nachbargrundschule statt, bei dem alle Kinder viel Spaß hatten und sich glaube ich auch einige neue Freundschaften entwickelten.
Ich glaube dieser Tag war einer der schönsten Tage, die ich hier erleben durfte
Heute waren wir dann in Nadi beim Tempel und ich hab noch einer Freiwilligen aus England Tschüss gesagt, die morgen leider nachhause fliegt. Danach war eigentlich noch der Besuch beim Tierheim geplant, das aber leider geschlossen hatte -das ist jetzt also auf die nächste Woche verschoben.
Ich hab euch lieb und melde mich bei euch, wenn ich wieder ein bisschen Zeit habe und nicht grade die Maus verfolge oder über meine Unibewerbung nachdenke (Grundschule oder Gymnasium? Mein Bauchgefühl brauch ich nicht fragen, das ist von Reis und Curry genug beansprucht :D)
Alles Liebe
Eure Patti

4 Kommentare 14.8.15 12:06, kommentieren